Lebendiger Rhein - Fluss der tausend Inseln

In Duisburg-Rheinhausen entsteht im urbanen Umfeld durch Rückbau und Überschüttung der Uferbefestigungen aus Schlacke und Basalt-Blocksteinschüttung ein naturnahes Kiesufer.

Im Gleithang soll ein unbefestigtes Naturufer wiederhergestellt werden, das vom Rhein frei gestaltet wird und ungelenkter Erosion und Sedimentation unterliegt. Die entnommenen Wasserbausteine sollen für Instandsetzungsarbeiten an anderen Uferabschnitten wieder eingesetzt werden, sodass zugleich eine Rohstoffeinsparung erreicht wird. Die Gestaltung der freigestellten Ufer sollte dem Rhein überlassen werden. Probenahmen zeigten jedoch, dass abschnittsweise mit Bodenbelastungen zu rechnen war. Die Sanierungskosten überstiegen das Projektbudget bei weitem, sodass auf eine Aufarbeitung verzichtet werden musste. In diesem Abschnitt wurde stattdessen versuchsweise die Schlacke mit Kies aus Fahrrinnenbaggerungen überdeckt. An anderen Abschnitten wurde die Basaltblockschüttung in Teilen zurückgebaut. Hier stellte sich sukzessive ein naturnahes, Kies-geprägtes Ufer ein.

Auf zum Strand

Mitten in Duisburg gelegen, kommt die neue Flussnatur vor allem auch den Anwohnern zugute, ermöglicht ein dynamisches Kiesufer das Erlebnis von Flussnatur im Kontrast zur Industriekulisse der gegenüberliegenden Rheinseite. Zum Abschluss des ersten Bauabschnittes wurde daher im Rahmen des ersten europäischen Flussbadetages "Big Jump" ein Strandfest für die Anwohner organisiert. Im Strandcafe unter freiem Himmel nahmen viele Besucher neuen Kontakt zu "ihrem" Fluss auf und ließen sich über Idee und Ziele der Maßnahmen informieren.

Mitten in Duisburg?

Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling mochte es kaum glauben, als die Einladung zum feierlichen Baustart auf ihrem Tisch lag: Mitten in Duisburg, der Stadt des weltgrößten Binnenhafens, sollte der Rhein wieder entfesselt werden. Eine Bedrohung für die Sicherheit und Funktion der Stadt? Frau Zieling ließ sich von den Fachargumenten überzeugen und erkannte die neuen Naturufer im städtischen Raum als Gewinn für Duisburg. Sie bekam zum Dank den ersten Stein aus dem Uferpflaster überreicht, handsigniert von NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Naturufer Mangelware

Im Bereich der Städte Duisburg-Krefeld-Moers weisen die Rheinufer sehr hohe Verbauungsgrade auf. Rechts-rheinisch erstreckt sich die Uferbefestigung mit Ausnahme von Rheinkilometer 764 nahezu durchgängig auf etwa 30 Stromkilometer, linksrheinisch auf etwa 7 Kilometer, bis wieder weniger befestigte Abschnitte auftreten. Der Revitalisierung von Uferabschnitten kommt hier regional eine Schlüsselfunktion im Biotopverbund zu.